Handlungsempfehlungen an Träger und Einsatzleitungen von Organisierten Nachbarschaftshilfen für die Zeit bis 19.04.2020:

 

"1. Veranstaltungen wie Teamtreffen der Nachbarschaftshelfer*innen, Sitzungen der Einsatzleitungen, Arbeits-gemeinschaften, Fortbildungen für Nachbarschaftshelfer*innen einschließlich Einführungskurse für neue Helfer*innen und Einsatzleitungen u.a. werden ausgesetzt bzw. auf einen späteren noch offenen Termin verschoben.

2. Nachbarschaftshelfer*innen, die sich in den letzten 14 Tagen urlaubsbedingt in Risikogebieten aufgehalten haben, die in den letzten 14 Tagen persönlichen Kontakt mit infizierten Personen hatten, sowie Personen mit Verdacht auf Infektion und noch ausstehendem negativem Testbefund dürfen keine Einsätze mehr übernehmen.

3. Dies gilt ebenso für Einsatzleitungen, die sich in den letzten 14 Tagen urlaubsbedingt in Risikogebieten aufgehalten haben, die in den letzten 14 Tagen persönlichen Kontakt mit infizierten Personen hatten, sowie Personen mit Verdacht auf Infektion und noch ausstehendem negativem Testbefund. Persönliche Kontakte zu Nachbarschaftshelfer* innen oder unterstützte Personen und deren Angehörige müssen ausgesetzt werden.

4. Einsätze bei unterstützten Personen bzw. in Haushalten mit Personen, die sich in den letzten 14 Tagen in Risikogebieten aufgehalten haben, in den letzten 14 Tagen persönlichen Kontakt mit infizierten Personen hatten, sowie bei Personen mit Verdacht auf Infektion und noch ausstehendem negativen Testbefund sind derzeit nicht möglich.

5. Alternativformen der Einsatzgestaltung, bei denen der direkte persönliche Kontakt mit den unterstützten Personen auf ein Minimum reduziert wird, sind zu überprüfen und in Betracht zu ziehen (z.B. Kommunikation nur per Telefon; Einkäufe werden übernommen aber nur vor die Türe gestellt; Hauswirtschaftliche Tätigkeiten wie Reinigung etc. in den Haushalten der unterstützten Personen nur ohne oder mit stark eingeschränkten

persönlichen Begegnungskontakten zu diesen Personen).

6. Gemeinsame Begleitfahrten von unterstützten Personen und Nachbarschaftshelfer*innen in PKWs sind kritisch zu prüfen und ggf. auszusetzen.

7. Bei der Aussetzung von Einsätzen ist unbedingt erforderlich, dass eine gute Kommunikation erfolgt: d.h. dass Einsatzleitungen und/oder Nachbarschaftshelfer*in mit den unterstützen Personen oder Angehörigen telefonisch oder über andere Medien sich besprechen, wie die Unterstützung durch Andere gesichert werden kann. Da die Organisierte Nachbarschaftshilfe ein Unterstützungsangebot durch freiwillig Engagierte darstellt, besteht keine Verpflichtung, diese Hilfen dennoch anzubieten und sich und Andere dem Risiko der Ansteckung auszusetzen. Zu berücksichtigen ist dabei auch, dass sich aufgrund der verstärkten Freistellung von Mitarbeiter*innen durch die Arbeitgeber die Situationen der häuslichen Betreuungs- und Unterstützungsmöglichkeiten durch Angehörige

derzeit auch anderes darstellen, als regulär. Daher ist in situationsgemäßen Einzelfallentscheidungen klug abzuwägen, welche Einsätze zur Unterstützung von auf Hilfe angewiesen Personen weiterhin möglich bzw. notwendig sind und welche Einsätze ausgesetzt werden. Die sich tagesaktuell verändernden und jeweils lokal gelten Informationen und Regelungen sind dabei prioritär zu beachten."

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Handlungsempfehlungen für Träger der org. Nachbarschaftshilfen, FV ZuFa; 16.3.2020
2020-03-16_Handlungsempfehlung_NBH_Coron
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